Bei Rückenschmerzen ist Akupunktur etwa doppelt so wirksam wie eine normale ärztliche Standardbehandlung. Dies zeigten übereinstimmend mehrere große Studien der letzten Jahre. Den wichtigen Anfang machte eine Langzeit-Untersuchung an der Universität Freiburg, neuere Recherchen bestätigten diese Ergebnisse.
Im Durchschnitt waren bei dieser Studie der Uni Freiburg die Patienten bereits sieben Jahre krank, als sie mit der Akupunkturbehandlung begannen. Dies ergab die Auswertung bei mehr als 1.000 Patienten mit 11.149 Akupunktursitzungen. Erstmals wurden auch differenzierte Daten für die Akupunktur-Behandlung am Ohr und für die Körperakupunktur erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ohrakupunktur ebenso effizient ist wie die Körperakupunktur.
Bei der Ohrakupunktur erfolgt die Behandlung durch Reizung von Reflexzonen der Ohrmuschel. Die Oberfläche des Ohres stellt ein Mikrosystem des Körpers dar. Dies bedeutet, dass hier alle Körperbereiche und alle Organe abgebildet sind. Vom Ohr aus gelangen die Reize direkt in das Gehirn und werden an die entsprechenden Körperteile weitergeleitet.
Die Ohrakupunktur wurde erst vor rund 60 Jahren von dem französischen Arzt Paul Nogier entwickelt und von Prof. Dr. Frank Bahr (Gründer und viele Jahre Vorstand der Deutschen Akademie für Akupunktur) systematisch vertieft. Akute Beschwerden können am Ohr mit geringem Aufwand aufgrund der kurzen und besonders effektiven Reflexwege behoben werden.
Aber es sind nicht nur die konkreten Beschwerden, die durch die Akupunkturbehandlung gebessert werden. Eine Befragung zur Lebensqualität im Anschluss an die Therapie ergab, dass die Patienten sich deutlich besser als vor der Behandlung fühlten. Sie waren in besserer psychischer Verfassung und vitaler als vorher und hatten mehr soziale Kontakte. Die wissenschaftliche Begleitung lag bei der Arbeitsgruppe Evaluation Naturheilverfahren und Umweltmedizin am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universitätsklinik Freiburg. Gefördert wurde die Studie vom Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK).
Deutlich umfangreicher, nämlich bei 360.000 Patienten wurden Untersuchungen zur Akupunktur in den vergangenen Jahren in Kooperation mit den Krankenkassen durchgeführt: die Gerac-Studie (www.gerac.de) und die ART-Studie (www.charite.de). Das wichtigste Ergebnis: Akupunktur hilft dauerhaft und zwar mit deutlich besseren Resultaten als bei herkömmlicher ärztlicher Behandlung.
Zum „Tag der Rückenschmerzhilfe“, den die Deutsche Akademie für Akupunktur am 15. März 2010 begeht, wollen wir das Augenmerk der Bevölkerung besonders auf die Möglichkeiten der Akupunktur richten. Wir haben dafür unter www.rueckenschmerz-hilfe.info eine eigene Internetseite eingerichtet, qualifizierte Ärzte und Ärztinnen können unter www.akupunktur.de gefunden werden.
Wegen der Bedeutung des Themas Rückenschmerz gibt es auch eine Reihe anderer Organisationen, wie das „Deutsche Grüne Kreuz“, die sich intensiv damit befassen und ebenfalls den 15. März 2010 mit weiteren Informationen im Internet als „Rückentag“ besonders herausstellen.
Und schließlich haben auch die gesetzlichen Krankenkassen die Wirksamkeit der Akupunktur beim Rückenschmerz entdeckt und bezahlen „auf Krankenschein“ Akupunkturbehandlungen, wenn die Schmerzen schon seit längerem chronisch sind und die Wirbelsäule als Schmerzursache anzusehen ist. Leider denken da die Krankenkassen zu kurz, denn gerade muskuläre Verspannungen sind sehr oft die Ursache für Rückenschmerz und da zahlen die gesetzlichen Kassen nicht, wohl aber in der Regel die Privatkassen.
Frei von Schmerzen - akute und chronische Schmerzen ganzheitlich behandeln
Unter diesem Motto hat die Deutsche Akademie für Akupunktur
einen Flyer speziell für Patienten aufgebaut.
Bitte lesen Sie zu Ihrer Information untenstehenden Text.
Hier können Sie den Flyer bestellen.
Die Mindestbestellmenge beträgt wegen Porto, Verpackung und Postanlieferung 100 Stück.
Die Flyer werden nur an Ärztinnen und Ärzte versendet.
Gehören auch Sie zu den etwa 20 Millionen in Deutschland, die unter chronischen oder häufig wiederkehrenden Schmerzen leiden?
Schmerzen schränken die Lebensqualität erheblich ein, erschweren soziale Kontakte und können zu psychischen Erkrankungen führen. Mit einer rechtzeitigen, ganzheitlichen Therapie kann man das verhindern!
Ein akuter Schmerz hat über die unmittelbar negativen Empfindungen hinaus eine wertvolle Alarm- und Schutzfunktion: Als „gutes“ Signal dient er der Erhaltung der körperlichen Unversehrtheit des Organismus. Der akute Schmerz dauert Sekunden bis maximal Wochen.
Weil jeder Schmerz im Gehirn eine Gedächtnisspur hinterlassen kann, müssen Schmerzen immer sehr schnell und optimal behandelt werden: Denn einen chronischen Schmerz kann man nicht mehr als „gutes“ Signal betrachten – er hat seine Warnfunktion verloren und verankert sich als Information im so genannten Schmerzgedächtnis. Leider reagieren Menschen, die dauernd unter Schmerzen leiden, immer empfindlicher und stärker, daher führt oft ein ungünstiger chronischer Verlauf zu einer eigenständigen Schmerz-Erkrankung mit der Folge, dass Schmerzen empfunden werden, obwohl die ursprüngliche Ursache für diesen Schmerz keine Rolle mehr spielt.
Ein weiterer Faktor, der chronische Schmerzen verstärkt, ist die Angst. Da Angst und das Schmerzgedächtnis in benachbarten Gehirnstrukturen gespeichert sind, wird bei jeder neuen Schmerzattacke auch Angst ausgelöst, dadurch prägt sich jede Schmerzempfindung noch tiefer in das Gehirn ein.
Chronische Schmerzen können vielfältig sein.
Dazu zählen
- Chronische Wirbelsäulen- und Gelenkschmerzen durch Fehlbelastung oder Abnutzung (Arthrose), sowie chronisch entzündliche Gelenkschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen (Morbus Bechterew, Primär Chronische Polyarthritis, u.v.a.)
- Chronische Kopfschmerzen (Migräne, Cluster, Hemikranie, etc.)
- Schmerzen, die vom Bindegewebs- und Muskelapparat ausgehen (Fibromyalgie, Myopathien, u.v.a.)
- Phantom- und Stumpfschmerz nach Verletzung der Extremitäten und Amputation
- Schmerzen durch chronische Nervenreizung oder -schädigung. Hierzu gehören Engpass-Syndrome (wie Karpaltunnel), Nerventumore, Nervenverletzungen, narbige Nervenschäden nach Operationen, Viruserkrankungen, Entzündungen usw.
- Tumorschmerzen: Krebsgeschwüre und andere Tumore können durch den Befall innerer Organe, Knochen und Nerven zu stärksten Schmerzen führen.
Werden Schmerzen nicht schnell und ausreichend gelindert, trägt dies zum Beginn bzw. zum weiteren Fortschreiten der Chronifizierung bei.
Sehr wichtig: Ganzheitliche Therapie
Die Behandlung ist häufig komplex, individuell unterschiedlich und besteht aus mehreren Bausteinen. Beim multimodalen Therapieprogramm sollten ganzheitliche Verfahren bevorzugt werden. Damit können Medikamente eingespart werden, die leider oft mit Nebenwirkungen behaftet sind, gleichzeitig wird die allgemeine Verfassung des Patienten verbessert.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind in der ganzheitlichen Schmerzbehandlung von großer Bedeutung. In erster Linie wird dabei die Akupunktur angewendet, oftmals ergänzt durch den Akupunktur-Laser (z.B. ohne Nadelstich die „Laser-Dusche“).
Durch Reizung von ausgewählten Akupunkturpunkten können Durchblutungsstörungen aufgehoben werden. Stoffwechselschlacken werden dadurch abtransportiert und eliminiert. Oder wie es in der chinesischen Tradition heißt: Es wird die blockierte Lebensenergie, chinesisch Qi, wieder zum Fließen gebracht und damit die Symptome des Patienten gelindert oder beseitigt. Da jedem Organ nach traditioneller Anschauung spezielle psychische, emotionale Faktoren zugeordnet sind, werden mit Akupunktur nicht nur körperliche, sondern auch psychische Blockaden gelöst.
Akupunktur wirkt aus wissenschaftlicher Sicht als Gegenirritationsverfahren: Die Nerven, die auf diese Reiztherapie reagieren, können gleichzeitig die Weiterleitung von Schmerzreizen unterdrücken. Zudem aktiviert Akupunktur die Ausschüttung der schmerzhemmenden Endorphine (Glückshormone).
Die Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) gehört ebenfalls zu diesen Gegenirritationsverfahren, die auf dem Prinzip basieren, den eigentlichen Schmerzreiz mit Hilfe eines milden elektrischen Gegenreizes zu mindern.
In der Psychologie gibt es speziell für die Bedürfnisse der Schmerz-Patienten verschiedene Behandlungsmethoden. Dadurch wird dem Betroffenen geholfen, die Schmerzerkrankung besser zu akzeptieren und zu bewältigen. Die Gefühle von Hilflosigkeit, Resignation und Depressionen werden gelindert und man lernt, schmerzförderndes Verhalten abzustellen.
Zu den psychologischen Verfahren gehören auch Muskelentspannungsverfahren, durch die der Patient die Erfahrung macht, dass er auch selbst etwas gegen den Schmerz unternehmen kann. Zum Beispiel lernt er bei der progressiven Muskelentspannung nach Jakobson in einer entspannten Lage gezielt, bestimmte Muskelgruppen anzuspannen und wieder zu entspannen. Dadurch wird der Schmerz gelindert, weil Anspannung zunächst erkannt und dadurch reduziert werden kann.
Bei der Hypnosetherapie lernt man mit Hilfe von Vorstellung und Autosuggestion, seine eigenen Kräfte gegen den Schmerz zu fördern.
Das Biofeedback bietet einem Kranken die Möglichkeit, bestimmte Vorgänge im Körper gezielt zu beeinflussen. Hierfür benötigt man ein spezielles Gerät, das die entsprechenden Körperfunktionen wie Atemfrequenz, Herzfrequenz und Muskelspannung darstellt. Man lernt dabei, seine unwillkürlichenKörperfunktionen über Entspannung zu beeinflussen.
Vor allem auf passivem Wege beeinflussen die physikalischen Therapien Schmerzen positiv. Die Anwendung von Wärme führt zu Muskelentspannung und Durchblutungsförderung.
Teil- oder Ganzkörpermassagen ergänzen die physikalischen Methoden. Durch Kneten, Streichen oder Klopfen werden Haut, Muskulatur und Bindegewebe positiv mechanisch beeinflusst. Massage als eine der ältesten heilenden Therapien löst so körperliche und psychische Spannungen und Ängste.
Krankengymnastische Maßnahmen sind insbesondere als aktive, regelmäßig durchzuführende Therapie für Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates sehr wichtig. Bei Gelenk- und Rückenschmerzsyndromen lässt sich durch bewegungstherapeutische oder muskelaufbauende Krankengymnastik, evtl. in Kombination mit manueller Therapie, ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern und die Schmerzen lindern. Spezielle physiotherapeutische Verfahren, wie Kraniosakraltherapie und Osteopathie, sind geeignet, Blockaden und eingeschränkte Beweglichkeit von Gelenken, Organen und anderen Strukturen sanft zu mobilisieren.
Auch mit Qi Gong oder Tai Qi als fernöstliche meditative Atem- und Bewegungstherapien wird das Fließen der Energien im Körper harmonisiert: Psyche und Geist werden gleichermaßen in Bewegung gesetzt und entspannt.
Die medikamentöse Therapie
Bei der Schmerzbehandlung spielen Medikamente eine wichtige Rolle. Diese Substanzen verringern bzw. unterdrücken die Schmerzleitung, Schmerzempfindung und Schmerzverarbeitung und wirken im Bereich des Nervensystems, ohne einen narkotisierenden Effekt zu erzielen. Nach ihrer Wirkung werden zwei Gruppen von Schmerzmedikamenten unterschieden. Die schwach bis mittelstarken Nicht-Opioid-Analgetika wirken vorwiegend im Körpergewebe und verhindern hier eine Sensibilisierung der Schmerzfühler. Hingegen wirken die mittelstark bis starken Opioid-Analgetika überwiegend im Zentralnervensystem und können dort die Schmerzleitung herabsetzen bzw. ausschalten. Eine Kombination beider Medikamentengruppen ist häufig vorteilhaft, da diese sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.
Auch bei der medikamentösen Therapie sollte die Stabilisierung der durch das Schmerzerlebnis angegriffenen Psyche ebenfalls mit bedacht werden; daher ist eine ganzheitliche Schmerztherapie auch so wichtig.
Um Nervenblockaden zu bewirken, stehen verschiedene Betäubungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit Hilfe von Lokalanästhetika oder Opioiden werden einzelne Nervenendungen oder größere Nervengeflechte durch Injektion vorübergehend oder auch über einen Katheter andauernd blockiert.
Es gibt viele Gründe, sich von einem Schmerztherapeuten „ganzheitlich“ helfen zu lassen:
Sie sollten einen Schmerztherapeuten aufsuchen, wenn Sie unter Schmerzen leiden und Sie mit Ihren bisherigen Schmerzmedikamenten nicht klarkommen, oder wenn Sie wegen Schmerzen vor der Entscheidung zu einer Operation stehen bzw. nach einer Operation die erhoffte Linderung ausbleibt. Je länger ein Schmerz besteht, desto differenzierter muss behandelt werden.
Was erwartet mich beim Schmerztherapeuten?
Ihre Mitarbeit ist von entscheidender Bedeutung! Besorgen Sie sich alle erforderlichen Vorbefunde und bringen Sie diese und Ihr eventuell vorhandenes Schmerztagebuch zum ersten Besuch mit. Der Schmerztherapeut nimmt sich für Sie viel Zeit. Zunächst steht eine sehr umfangreiche Befragung (Anamnese) im Vordergrund, unterstützt oft von einem Fragebogen, sowie durch bereits erhobene Vorbefunde. Eventuell folgen weitere spezielle Untersuchungen, um dann nach gründlicher Schmerzanalyse die Behandlung zu beginnen. Dabei gilt: Eine individuelle optimale Schmerztherapie ist immer ganzheitlich.
Auf einer eigens zu diesem Thema aufgebauten Internetseite bietet die DAA neben wichtigen Informationen zum Thema Schmerz auch eine Arztsuche an. Die Website finden Sie unter www.frei-von-schmerzen.de.
Impressum
Deutsche Akademie für Akupunktur | DAA e.V.
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Osserstraße 40
81679 München
Tel. 089-8145252, Fax 089-82000929
E-Mail: kontakt@akupunktur.de
Eintrag im Vereinsregister: Registernummer VR1607 beim Amtsgericht Erlangen


